SEDIMENT IM ZWEISTROMLAND
Schichtung von Veronika Schneider

Für die Schichtung im Glasbau sammelt die Künstlerin während der Ausstellung Materialien aus dem Gebiet zwischen Rott und Inn.
Besucher*innen werden gebeten, Dinge mitzubringen und im Ausstellungsraum abzulegen: Gegenstände aus dem Alltag, Material aus der Umgebung und Sachen, die jetzt und hier eine Rolle spielen.

Die Schichtung von Veronika Schneider gleicht einer Grabung: Schicht um Schicht werden unsichtbare Befunde freigelegt.

Anders als die Archäologie, untersucht die Schichtung das aktuelle Geschehen vor Ort und übersetzt es in ein komponiertes Sediment aus Dingen und Gegen- Ständen

Die ortsbezogene Installation entsteht in einem Prozess, bei dem Kommunikation mit Raum und Menschen zu Form und Material führt. Das temporäre Werk ist, ganz im Sinne einer Landschaft, als ästhetische Ganzheit erfahrbar.

Darüber hinaus bietet die Schichtung Anknüpfungspunkte und Anregung über die eigene und gemeinsame Auseinandersetzung mit dem „Sediment im Zwei- stromland zwischen Rott und Inn“.

Die Schichtung entsteht während der Ausstellung aus Material, das die Künstlerin vor Ort sucht, sammelt und schichtet.
Ausgangspunkt dabei sind lokale Geschichten, vorgefundene Dinge und zugeordnete Gegenstände. Im Zentrum der Arbeit steht der kommunikative Prozess. Gespräche mit dem Raum und den Menschen im Umfeld werden in Material und, weiter, in ein komponiertes Sediment Übersetzt.

Die Schichtung ist – ganz im Sinne einer Landschaft – ein Gefüge aus Einzelstrukturen, das als ästhetische Ganzheit erfahrbar wird. 

Veronika Schneider* 1980, Dachau
· Lebt in Hirschberg an der Saale
· Studium der Bildhauerei an der BURG Halle und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
· Freiberuflich tätig als Künstlerin & Webdesignerin
· Seit 2005:
Installationen temporärer ortsbezogener Schichtungen

„Die Leute sagen meistens: ‚Ich hab nichts Besonderes.‘ Darum geht es mir gar nicht. Ich will einen Ist-Zustand mit Material sichtbar machen. Und das verdichte ich an diesem zentralen Ort hier, in diesem Ausstellungsraum. Wie, dazu habe ich keinen Plan. Es geht nicht darum, einen Plan zu haben, es geht um Fügung.“

GLASBAU realisiert 2021/2022 im Rahmen des Verbundprojekts „Landschaftsmalerei an Rott und Inn“ vier Themenausstellungen zum Jahreszeiten-Zyklus: „Tetralogie – 4 Jahreszeiten“. „Frühjahr“ war im Mai/Juni 2021, „Sommer“ findet jetzt im Juli/August statt und „Herbst“ folgt im Oktober, „Winter“ beschließt 2022 den Zyklus.

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